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Die RAINBOWS-Gruppe Ablauf der RAINBOWS-Gruppe

Kindergruppe mit BetreuerinEine RAINBOWS-Gruppe besteht aus wird 4 bis 6 Kindern. Im Zeitraum eines halben Jahres finden 14 (wöchentliche) Gruppentreffen statt. Diese 14 Treffen gliedern sich in 2 Blöcke. Nach dem 7. Treffen gibt es eine 2 - 4wöchige Pause, damit das Erlebte gut verarbeitet werden kann.
Jedes Treffen beginnt mit einem Anfangs- oder Begrüßungsritual.
Die einzelnen Gruppenstunden gliedern sich in drei Teile: Einstieg - Vertiefung - Ausklang.
Jene Themen, die für die Verarbeitung des Trennungs- und Verlusterlebnisses notwendig sind, werden in den einzelnen Treffen mit unterschiedlichen und altersgerechten Methoden bearbeitet, z. B. durch kreatives Gestalten, Bewegung, Gespräch, Spiele etc..


Alter der Kinder/Jugendlichen innerhalb einer Gruppe

• Fünf Jahre - Vorschulkinder
• Sechs bis acht Jahre
• Neun bis elf Jahre
• Zwölf bis vierzehn Jahre
• Fünfzehn bis siebzehn Jahre


Leitung der RAINBOWS-Gruppe

Die Kinder und Jugendlichen werden von ausgebildeten RAINBOWS-GruppenleiterInnen begleitet. Die Gruppen-leiterInnen haben eine Grundausbildung im psychosozialen Bereich und sie haben spezielle RAINBOWS-Lehrgänge absolviert.

Die 14 Gruppentreffen

Was passiert beim ersten Treffen?
In der 1. Einheit geht es darum, dass sich die Kinder untereinander und die/den GruppenleiterIn kennen lernen, da sie meist unsicher sind, was in dieser Gruppe auf sie zukommen wird. Sie merken jedoch sehr schnell, dass dort Kinder in der gleichen Situation sind wie sie selbst, dadurch fällt es ihnen leichter aus sich herauszugehen. Um ihnen Sicherheit zu geben, wird den Kindern erklärt, was in der Gruppe passieren wird. Sie bestimmen gemeinsam, was für sie in der Gruppe wichtig ist, und wie sie miteinander umgehen möchten. Am Ende des Treffens entscheiden die Kinder, ob sie wiederkommen möchten. Je nach Alter des Kindes bringen bzw. holen die Eltern Ihr/e Kind/er ab. In den RAINBOWS-Stunden selbst sind Mütter und Väter aber nicht anwesend. Ist das Kind allerdings im Vorschulalter, werden die Eltern eingeladen, die erste (halbe) Stunde mitzugestalten, damit das Kind Sicherheit gewinnen kann.

Kinderzeichnung: Mama, Lisa, PaulDie weiteren Treffen bis zur Pause
Nach dem gegenseitigem Kennenlernen steht in der 2. Einheit die Wahrnehmung und der Ausdruck unterschiedlicher angenehmer und unangenehmer Gefühle im Mittelpunkt. Die Kinder lernen sich selbst dadurch besser kennen und eignen sich im Laufe der Zeit ein Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten an.

Im 3. Treffen ist die eigene Trennungs- oder Verlustgeschichte im Vordergrund. Die Kinder können ihre ganz persönliche Geschichte erzählen, ihre Fragen und ihre Phantasien formulieren. Sie machen so die Erfahrung, dass es anderen Kindern ähnlich geht. Ihre persönliche Geschichte kann in einen für sie verständlichen Zusammenhang gebracht und das Gefühl der Sprachlosigkeit und Isolation dadurch verringert werden. Ein wichtiger Aspekt ist das Verständnis, die Neutralität und die Klarheit des/der Gruppenleiters/in, mit der die Situation thematisiert wird, um den Kindern eine stabile Basis geben zu können.

In den nächsten Treffen werden Gefühle, die mit dem Trennungsgeschehen verbunden sind, bearbeitet: Ärger, Wut, Trauer, Aggressionen, Schuldgefühle, ... Die Kinder werden entlastet, weil ihnen in der RAINBOWS-Gruppe vermittelt wird, dass alle Gefühle akzeptiert werden und ausgedrückt werden dürfen.
Kinder sind der Meinung, dass ihre Eltern immer da sein werden. Durch die veränderte Familiensituation verlieren die Kinder diese Sicherheit und machen sich Sorgen, wie es weiter gehen wird. Das ursprüngliche Vertrauen in die Eltern und in das Leben ist erschüttert.
In der RAINBOWS-Gruppe erarbeiten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam Möglichkeiten des Umgangs mit ihren Gefühlen und finden somit Bewältigungsstrategien.
Durch eine Trennung oder Scheidung wird das Vertrauen der Kinder erschüttert und oft verspüren sie Schuld an der eigenen Situation.

Im letzten Treffen des ersten Blocks geht es daher um die Stärkung des Vertrauens der Kinder in sich selbst und um jene Beziehungen, die Sicherheit geben. Die Kinder lernen auch die Grenzen ihres Handelns kennen und erfahren dadurch eine große Entlastung.
Durch die wertschätzende Begegnung in der Gruppe fühlen sich die Kinder angenommen und gewinnen Sicherheit. Ihre persönlichen Kräfte und Fähigkeiten werden gestärkt und sie können Strategien entwickeln, wie sie ihre individuelle Situation aktiv gestalten.


Die zweiten 7 Treffen
Nach einer Pause von ca. 2 bis 4 Wochen, widmet sich das 8. Treffen den unterschiedlichen Familienformen.

Durch die Trennung/Scheidung oder durch den Tod einer nahen Bezugsperson hat sich das Bild der Familie für das Kind geändert. Die gewohnte familiäre Struktur bricht auf, die Beziehungen verändern sich, es gibt neue Rollenverteilungen und auch Grenzen werden anders gesetzt. In der RAINBOWS-Gruppe lernen die Kinder unterschiedliche Formen von Familie kennen und erfahren, dass diese gleichwertig und nebeneinander bestehen können. Sie werden angeregt zu überlegen, wer für sie zu ihrer Familie zählt und welche Menschen außerhalb der Familie von Bedeutung sind.

Das 9. Treffen setzt sich mit dem Gefühl der inneren Zerrissenheit des Kindes im Hinblick auf die Welt der Mutter und die des Vaters auseinander. Damit diese Situation für das Kind nicht zur Überforderung wird, muss es darin bestärkt werden, dass es beide Eltern weiterhin gerne haben darf. Die Kinder können belastende Situationen und Probleme in Zusammenhang mit dem Besuchstag erzählen und Ideen zum Umgang mit diesem Tag sammeln.

Neue Beziehungen und Partnerschaften der Eltern werden im 10. Treffen bearbeitet. Zusätzlich zur Bewältigung der Trennungserfahrung sind die Kinder auch oft gefordert, sich auf neue Beziehungen der Elternteile einzustellen. Sie werden hier mit den Grenzen ihrer Möglichkeiten konfrontiert: So wie die Eltern die Verantwortung für die Trennung haben, so sind sie auch für die Gestaltung ihrer neuen Beziehungen verantwortlich. In der RAINBOWS-Gruppe haben die Kinder die Möglichkeit ihre oft widerstreitenden Gefühle gegenüber dem Stiefelternteil anzusprechen. Sie gelangen gleichzeitig zur Erkenntnis, dass die Beziehung zum Stiefelternteil ihre Beziehung zum leiblichen Elternteil nicht ersetzen wird.

Für Kinder ist die Trennung/Scheidung sehr oft die erste wirklich schmerzhafte Erfahrung eines Abschieds. In der RAINBOWS-Gruppe wird diese Erfahrung des „Nicht - Mehr“ bearbeitet, die Kinder lernen symbolisch loszulassen, und erhalten dadurch Energie für Neues und Zukünftiges.

Im 12. und 13. Treffen werden individuelle Strategien im Umgang mit der veränderten Familiensituation vertieft. Der Schwerpunkt liegt auf vorhandenen Beziehungen des Kindes, die ihm Sicherheit geben. Eingegangen wird aber auch auf die Gestaltung neuer Beziehungen, die wiederum Halt und Sicherheit geben können.

Im 14. und letzten Treffen haben die Kinder die Möglichkeit einen vorbereiteten Abschied zu erleben. Sie machen die Erfahrung, dass Abschiede zu bewältigen sind. In einem Abschlussfest wird an die gemeinsame Zeit gedacht und es werden Pläne für die Zukunft geschmiedet.

Begleitende Elterngespräche
Im Rahmen der RAINBOWS-Gruppe finden auch drei Gespräche mit den Eltern statt. In diesen Treffen werden die Eltern über die Arbeitsweise von RAINBOWS informiert, sie lernen den/die GruppenleiterIn sowie die anderen Eltern(teile) kennen und haben die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen. Zudem können sich die Eltern in den RAINBOWS-Elterngesprächen austauschen. Informationen, was das Kind in der Gruppe geäußert, getan oder berichtet hat, werden aber nur bei Handlungsbedarf bzw. nach Absprache mit dem betroffenen Kind oder Jugendlichen an die Eltern weitergeleitet. Bei Bedarf werden auch weiterführende Unterstützungsangebote empfohlen.

Gespräche mit dem "anderen" Elternteil
Speziell für den „anderen Elternteil“, in den meisten Fällen dist es der Vater, der nicht bei den begleitenden Elterngesprächen dabei ist, bietet RAINBOWS Einzel- oder Gruppengespräche an. Diese Gespräche spiegeln die Haltung von RAINBOWS wider, dass Kinder auch nach einer Trennung/Scheidung zwei Elternteile haben, die sie beide lieben dürfen.
Die Väter erhalten dadurch die gleichen Informationen wie die Mütter und werden somit als gleichberechtigte Elternteile wahrgenommen. RAINBOWS weist auf die Wichtigkeit der Vaterrolle hin, vor allem auch nach einer Trennung.
Der Austausch mit anderen betroffenen Vätern stellt erfahrungsgemäß eine Bereicherung dar und bringt manchmal neue Perspektiven im Umgang mit der familiären Situation.